Dienstag, 17. April 2007

Und schon wieder will ich fort
Mein Herz hastet
Ueber alle meine Seelen weit
Es ist ein Ringen in mir

Alle meine Figuren reden und weinen
Ich kann mich nicht begreifen
Jeden neuen Tag will ich mehr reifen
Doch steck ich fest - ganz fest

Etwas tut mir hier nicht gut
Etwas nimmt mir allen Mut
Ich bin nicht frei
Bin nicht bei mir

Wieder dieses verzweifelte Schreien
Wieder diese Luegen
Wieder keine Worte dafuer
Schon wieder kreisen

Und ich traeume
Die seltsamsten Dinge
Ich reise nach Hause
Und wieder zurueck

Mein Vertrauen schwindet
Ich bin nicht mich selbst
Niemand darf mich beruehren
Ich bin steif; bin Stein; unrein

Das Wasser blickt mich an
Dunkel ist es; rabenschwarz
Und weiss und stumm
Mein Mondgesicht darin ein Spiegel

Ich versuche zu weinen
Die Oberflaeche mit meinen Traenen zu trennen
Doch alles ist so hart
Alles so schrecklich kalt in mir

Es tut mir ja so leid!
Fuer alle, die meine Naehe suchen
Ihr werdet hier nichts finden
Nur an mir leiden ...

Ja, genau darum will ich weiter
Ich erkenn ihn nicht den Reiter
Der mir den Kelch entgegentraegt
Und keine Fragen fragt

Denn ich bin der Mond
Dem die Sonne innewohnt
Ich bin das Wasser, das Dunkle
In dem ein Lichtlein funkelt

Ich bin ein Schmettervogel ohne Fluegel
Gefangen in einer farbigen Kugel
Ich bin schwarz-weiss; unbunt
Und leuchte schwach am Horizont

Eine Silouette im Nichts
Getragen im Spiegel des Lichts
Ich bin eine toter Baum
Und stehe im leeren Raum

Ich bin nackt und ohne Haus
Und kann nicht aus mir heraus
Ich habe Schmerzen am ganzen Koerper
Doch hab ich keine Wunden gefunden

Ich bin mir gegenueber blind
Und hoffe auf neuen Wind
Ich kann mich selbst kaum noch ertragen
Und frage Fragen ueber Fragen
Und doch; mein Geist ist leer
Und diese Leere lastet schwer

Ich hab nichts mehr zu geben
Ertrinke in meinem eigenen Leben
Versuche mir und euch zu vergeben
Ich will leicht sein und schweben!

Wer haette denn gedacht
Dass die Gespenster die Alten
Mein Innerstes mit solcher Macht
So gnadenlos verwalten
Mich so lange in eiserne Ketten legen
Und es mir verwehren zu geben

Ich kann nicht alle Stricke akzeptieren
Mich in der Vergangenheit verlieren
Ich will, dass diese Stricke reissen
Einer nach dem ander'n
Und ich wieder ueber alle Weiten
In Ruhe kann weiterwandern

Ich weiss ich kann nicht aus meiner Haut
Aber ich kann lernen
Diese Haut zu tragen
Und zwar mit Stolz und sie zu ehren

Ich weiss doch jetzt:
Mein goldenes Ziel
Ist das Leben
Ist ein Spiel

Doch scheinbar kann ich die vielen
Spiele noch nicht spielen
Aber ich kann mich ueber mich wundern
Und eisern, einsam weiterwandern

Ihr alle habt zu warten
Es hat noch keinen Platz fuer euch
Ich lege allein fuer mich die Karten
Nur mit mir allein, kann ich mich befrei'n

Deshalb, bitte, lasst mich zieh'n
Keine Sorge, ich kann mir nicht entflieh'n
Dafuer ist es schon lange zu spaet
Ich hab die Saat fuer mich gesaeaet

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