Freitag, 28. März 2003

:: Dritte Sonne :: Im Schloss ::

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 III & IV Mond
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Schon wieder nur Sterben
Nur sterben lindert
Schon wieder nur Schmerzen
Schonender Umgang
Schonend umgehen
Schonend sterben,
schon wieder...

(III - 2003)

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Im Zoologischen Museum
Hab ich mich erkannt
Was ich gerne wäre
Ein Ohn-Rüssel-O-Fant

Dieses riesen Tier mit Klauen
Dickem Fell und sanftem Blick
Wünsch mich manchmal in die rauen
Eisigen Zeiten zurück

Heut ist alles viel subtiler
Wir Menschen sind dafür bekannt
Alles beginnt bei der Liebe
Und endet bei Kant

Bin die ganze Zeit so müde
Doch hetz ich hin und her
dass niemand mich kann fragen
"Ist alles noch so schwer?"

(V - 2003)

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Es ist ein Raunen zwischen meinen Ohren
Alt und weit der Ozean
Darin man tief ertrinken kann
Schon manche Seele so erfroren

(V - 2003)

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VI Mond
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Bin ganz still geworden
Halte alles von mir fern
Wende mich öfters nach Norden
Suche innig nach dem Kern.

Es bringt ja doch nicht viel
Das Kiffen muss ein Ende finden
Ich habe da so das Gefühl
Ich werd mich so noch lange winden.

Doch s'ist so schwer !
Mein Kopf der schreit
Die Willensecke lehr
Ich werd von meinem Leben entzweit!

Doch ich lass es nicht zu
Hab viel erlebt und gesehn
Komme endlich zur Ruh
Als Möglichkeit weiterzugehn.

(VI - 2003)

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VII Mond
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Feingliedriges Dornengewächs im Wind
Eifrig seine Saiten stimmt

Wobei ein stummer Klang erklingt
Und nebenbei viel Zeit zerrinnt

Feingliedriges Dornengewächs im Wind
Eifrig seine Saiten stimmt

Ein Sonnenstrahl erkennts geschwind
Und sonngeträumter Klang erklingt

Nun leuchtend die Strahlensaite schwingt
Liebstaunend da der Wind zerrinnt

(VII - 2003)


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VIII Mond
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Kann nicht immer guten Herzens sein
Wage mich bewusst in die Dunkelheit hinein
Denn ich denke wer das Böse nicht kennt
Sich oft im Sinne des Guten verrennt
Eine wichtige Situation total verkennt
Dann so die Blumen des Todes streut
Und blind sich seiner Ehre freut

Habt ihr denn alle das Ying-Yang-Prinzip vergessen?
Man soll nicht immer alles nur am Schönen messen!

Also lasst uns alle mal bisschen böse sein
Deshalb gehen wir Satan nicht auf den Leim
Dafür können wir danach viel mehr Gutes tun
Denn unser Gewissen will schliesslich ruhn

(VIII - 2003)

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Ich weiss, ich hab mich meinem Leben nicht gestellt. So hab ich bewusst einen einfacheren Weg gewählt, der mich nun vielleicht in Verderben rennen lässt. Denn vernebeln wollt ich meine Welt, die doch so von Blitzen durchzogen war; und ist es nicht so, dass Genies trotzdem schnell sterben? Strategisch wars vielleicht nicht schlecht, es führen tausend Wege ins Moor, doch welcher führt daran vorbei. Im einen ertrinkst du, im andern kannst du langsam waten, das dritte ist gesichert, beim vierten bist du allein, im fünften ist Krieg, im sechsten herrschst du.

Warum die Frage also immerzu
Wann schlummersenkt sich hier die Ruh

Ich will nicht, dass es jemals aufhört, die Muse die zu mir spricht, als kleine Elfe verinnerlicht, getrieben vom Hofstaat der Aussenwelt, und mancher in den Graben fällt, so erhalt ich mir die Innenwelt, weil für mich nichts anderes zählt; seid doch still, das versteht ihr nicht, denn ihr habt nicht meine Sicht! Es ist verdammt noch mal wahr, es war mir zwar nicht immer klar, doch euch zu krönen, zu verwöhnen, helfen zu wählen und dabei zu quälen, weil ich nichts andres versteh, als zu sein wie ich mich seh, in euren Augen wohlgemeint, um so für eine Zeit vereint zu sein, zu geben, zu leben - ja daran könnt ich mich gewöhnen.

Warum diese Blicke also immerzu
Wann schlummersenkt sich deine Unruh

Seid still, werdet ruhiger, nehmt Rücksicht und spührt, wenn mein Herz das eure berührt, es ist eine Kraft die verführt und leise Glut zu Feuer schürt, geheimnisvoll, zauberhaft toll. Und wenn ihrs nicht anzunehmen vermögt, meine Seele in zichtausend Stücke zerfliegt, mein Innerstes Wesen erliegt, eurem Stress, dass ihr nichts zu zeigen getraut, auf scheiss Anstandsregeln gebaut. Und niemand diese Grenzen sprengt, die ganze Society ins Korsett gezwängt, schaut zu und sinnt, was die Zukunft so bringt, und der Tag von heut ist sowieso; morgen schon wieder Tabu, alles nur dazu, ja wozu, warum eigentlich so zimperlich, öffnet eurer Herz und empfangt alles - auch Schmerz.

Oder habt ihr etwa davor Angst?
Das blutende Kreuz sagt: du kannst!

(VIII - 2003)

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Welch süsse Welt durch Hoffnung erhellt, alles von mir ausgewählt
Ists noch immer Nacht?
Wann bin ich davon aufgewacht?
Hätte nie gedacht, zu zieh'n ohne zu flieh'n auf einsamem Wege und ohne Gehege
War ich frei - Vogelfrei!

(VIII - 2003)

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IX Mond
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Vom Wind herangetragen, durch Sturmböen beflügelt
Stürzten wir uns in die Nacht
Zeitlose Bewegungen -
Wirbelspiel zwischen Körper und Wald
Es tanzten hundert Elfen in mir
Und trotzdem war es kalt
Es war als würde ich erfrieren
Weshalb ich alles daran gab
Mich in der Dunkelheit zu verlieren
In der niemand mich mag

Bald wurde Grün sichtbar, denn Licht brach herein
Erst grau - dann rot - dann hell
Ich fühlte tausend Seelen in mir
Grau bin ich selber
Grün meine unerschütterliche Hoffnung
Und rot ist mein Leben ...

Licht durchdrang mich, doch ich wollte keine Helligkeit
Verschwand ganz weit
Im Schatten der Zeit
Die mich stets befreit
Wenn ich noch nocht bereit
Für Verbundenheit
Lieber wieder blind
Lieber stummes Kind
Das seine eigenen Dinge sinnt
Die es nur teilt mit dem Wind -

- Und der Träne, die von meiner Stirne rinnt

(IX - 2003)

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In dieser durch Odem berieselten Nacht
Hat Seimen mir viel beigebracht:

Ich habe klar die Ketten gesehn
Mein Blick suchte ihn stets zu umwehn
So fühlte ich mich eingesperrt
Jede Bewegung habe ich verehrt

Es war nicht bloss der Drogen Macht
Die mich ihm so fügig gemacht
Da steckt etwas tief in mir drin
Das festhält an jedem Gewinn
Und einfach nicht loslassen kann
Bin gefangen im kindlichen Bann

( IX - 2003 )


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 Gedankenpause

Rosen lächeln mich vorwurfsvoll an
Denn ihre Himmel sind zeitlos
Der Boden unter mir ist gelb
Träume ziehen wie Zugvögel gen Süden
Und Gedanken erwachen
Vom Schlummern ganz träge

(IX - 2003)

So hab ich versucht Liebe zu erzwingen
Mir bleibt ja keine Zeit Liebe zu verstehen
Steh ich nun also in der Einöde
Und träume vom Zugang zur Kreativität
Mein Bewusstsein erhellt sich wieder
Doch alles geht noch ganz langsam

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Die Quelle ist nunmehr ein Rinnsal
Weiss auch noch immer nicht genau
Zu entscheiden zwischen Wohl und Qual
Und fühl mich als die arme Sau

Es tanzen Regentropfen vorm Fenster
Platschen nieder - plitschen frech
Ach - meine schlummernden Gespenster
"Erwachet doch in eurem Reich !"

Mir hat jemand vor das Tor gepisst
Und damit es sich nicht weiter frisst
Werd ich jetzt wohl scheuern geh'n
- Dann will ich den Narren seh'n

(IX - 2003)

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Wie schwarze Schlacke die sich um mein Herzen legt
Es sich in endlosen Kreisen um meinen Magen bewegt
Und auf unaufhaltsamen Wegen in den Kopf hoch zieht
Wo sichs tief und fest verkrallt - eh man sich versieht

(IX - 2003)

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Manchmal kommt mir das Leben so überflüssig vor
Finde, ich verschwende meine Hände, mein Ohr
Meine Unschuld schmeiss ich weit von mir weg
Denn ich erkenn doch keinen sinnvollen Lebenszweck

(IX - 2003)

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X Mond
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Diesen Sommer hab ich von Liebe geträumt
Und darüber mein Leben versäumt

( X - 2003 )

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Es ziehen leis und sacht
Helle Lichter durch die Nacht
Meine Träume ihre Kreise dreh'n
Von trüben Augen kaum zu seh'n

Und wie sie so durch die Strasse zieh'n
Schatten vor ihrem Schimmer flieh'n
Und so mancher schein zu spüren
Wenn sie dessen Haupt berühren

(X - 2003)

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Bin eingetaucht in einer Märchenwelt
Die ergreifend schöne Geschichten erzählt
Es ist ein einzigartiger Glanz
In der Musik und im Tanz
In den Augen diese Lichter
Leuchten in verträumten Gesichtern

( X - 2003 )

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He - Königin, was ist gescheh'n?
Hast zu viel in die Wolken geseh'n?

Regen erhob sich für dich
Aus durchtränkten Wiesen
Schwebte im Erdenraum
Bereit sich abermals zu ergiessen

Manchmal scheint es schwer
Dieses ständige hin- und her
Doch du weisst schon
Ganz ohne Hohn
Ist es deine Lektion
Die du lernen musst
Bewusst;
Nicht stets vernebelt und geknebelt

Warum ziehst du dich hinter den Graben zurück?
Lässt offen die Falltür ein kleines Stück?

Den Narren hast du wohl verbannt
Hast ihn nicht als Hilfe erkannt
Er sitzt nun tief im Gewölb
Wo kaum Licht
Das Dunkel durchbricht

Lass ihn zu dir hochsteigen und
Dir neue Dimensionen zeigen!

( X - 2003 )

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Erstaunlich wie das Leben spielt
Sobald man auf was Bestimmtes zielt

Ich würd so vieles dafür geben
Könnt ich meine Träume leben!

Doch gerade dies "Geben" bewirkt
Dass sich letztendlich alles verwirkt

So seh ich diese Geschichte an
Wie es mit dem Zauberer kam...

( X - 2003 )

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 Weshalb hab ich mir das angetan?
Welcher verzwickte Geist hat mich geritten
Mich hinzugeben so ganz zahm!
Seither bin ich mit mir verstritten

Mein Drache ist zwar ganz schön wild
Doch Feuer kann er keines speien
Dafür besitzt er ein graues Schild
Solang ich mir nicht kann verzeihen

Lange, lange, so lange ists her
Erinnere mich an so vieles nicht mehr
Hab dich tief in meinen Kerker gesperrt
Nun dein Ruf immer wiederkehrt

Hallt und schallt in allen Räumen
Mein Palast ist unergründlich weit
Steht in einem Meer von Bäumen
Ein Feuergraben bietet Sicherheit.

Ich hab irgendwie lange gedacht
Dieser Morgen hätte mir nichts ausgemacht
Doch der Funke zündete nicht
Und immer grösser wurde der Wicht

Lange, lange, so lange ists her
Erinnere mich an so vieles nicht mehr
Hab dich tief in meinen Kerker gesperrt
Nun dein Ruf immer wiederkehrt

Der grosse Zwerg der Scham
Der mir viele Möglichkeiten nahm
Der fiese Gnom der Bezichtigung
Beachtete jede kleinste Bewegung

Und schimpfte mich ganz klein:
Du willst eine Leidenschaftlerin sein?
Dazu fehlt dir aber was
So macht es ihm wohl keinen Spass

Und das Wesen wuchs empor
Und flüsterte mir ständig ins Ohr
Mit jedem Mal, wos nicht gelang
Die Schlange fester mir Luft abrang

Lange, lange, so lange ists her
Erinnere mich an so vieles nicht mehr
Hab dich tief in meinen Kerker gesperrt
Nun dein Ruf immer wiederkehrt

Bis sich der Schlanges Wunsch erfüllte
Und ich mich vor vielem enthüllte
Meine Seele mit Demut fütterte
Obschon ich sehr wohl die Spinnen witterte

Eine kletterte zu mir ins Haus
Und raubte mir mein Zimmer aus
Die andere - hier werd ich ganz fahl
Schlich zu meiner Mutter ins Spital

Wer hätte gedacht, dass das strafende Organ
Bei mir in Form von Spinnen kam
Die ganz leise ihre Netze flochten
Alles verwebten, was sie - also ich - mochten

Lange, lange, so lange ists her
Erinnere mich an so vieles nicht mehr
Hab euch tief in meinen Kerker gesperrt
Nun euer Ruf immer wiederkehrt

Den Spinnen hab ich die Freiheit geschenkt!
Aber die Schlangen und Zwergen und Riesen
Sind an Kerkerwänden aufgehängt
- Nun werden auch sie ausgewiesen...

Als Drachenfutter taugen sie nicht
Und ihre Rufe hab ich satt
Ich will, dass eine neue Zeit anbricht
In der ich mir vergeben hab.

( X - 2003 )

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Seht - ich kann mit den Nebeln spielen
Brauch ja bloss mit Pillen zu jonglieren

Fehlt es mir an Sonnenschein
Hau ich mir Substanzen rein

Nur so lässt sich mein Sein leben
Und andern sogar Liebe geben

Trotzdem lass ich so mein Leben sein
Denn es ist nicht mehr ganz mein

Wir sind Sklaven geworden
Wir alle - in ganzen Horden

Ja, waren wir denn jemals frei
Wer verantwortet diese Lügerei?

( X - 2003 )

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Dieser schwarze Nebel, der mich umgibt
Ist noch lange, lange nicht besiegt

Sah ihn doch in die Himmel steigen
Sah, wie sich mir neue Welten zeigen

Länder, die ich scheinbar vergass
Denn meiner Kindheit fehlte was
Vielleicht kam auch zuviel hinzu
Und es fehlte mir an innerer Ruh

Aber diesen Sommer hab ich gespürt
Was uns Menschen zusammen führt

Hab gespürt, wie sich Leben anfühlt
Wenn nicht alles mich innerlich aufwühlt

( X - 2003 )

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In der letzten Nacht
Hab ich sehr viel nachgedacht

Ihr wisst, dies arge Träumen
Wo sich Sorgen aufbäumen
Zu vielschichtigen Türmen
Umweht von kalten Stürmen

Während du diese Räume durchwanderst
Veränderts sich stets, alles wird anders
Wortfetzen fliegen an dir vorbei
Angst wird verwandelt in Schwärmerei
Gefühle werfen dich hin und her
Ausgesetzt im Schwarzen Meer
In dem du zwar unsterblich bist
Doch des Verstandes Halt vermisst

Am Morgen dann weckt dich das Licht
Dein dunkles Denken begreifst du nicht
Versunken also beginnt dein Tag
Der neue Traum-Ideen bringen mag

( X - 2003 )

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XI Mond
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Schwer zwischen den Häusern zu wandeln
Jede Strasse - jeder Mensch gleicht dem andern
Alles gezeichnet von Kälte und Stress
Geschniegelstriegelt im Alltags-Dress

Häuser brechen
Strassen sprechen
Von Arbeit von Eifer
Denn keiner hat Zeit

Von überallher ruft es:
"Macht euch bereit!"

Bereit für eine Zeit
Wo alles weit und breit
Nach *haben* schreit
Wo *sein* nicht mehr zählt
Und jeder eine Maske wählt

Wie hab ich doch diesen Sommer gelernt!
Werd ich's umsetzen können?
In dieser öden, ja kalten Welt
Wo so viele dunkle Wasser strömen

( XI - 2003 )

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Wo soll ich mit meiner Dichtung hin?
Wer wird denn dies schon lesen?
Was wollt ihr mit meinem inneren Wesen
Das immer auch ich selber bin?

Bin auch das normale Schreiben satt
Wo bleibt meine surreale Ader?
Auf allen Lippen liegt ein "aber"
Meine Elfe da ihre Freude hat

Wenn nicht immer gleich alle wissen
Und erkennen was ich sagen will
Deren Geist immer erst still
Um danach frischer zu fliessen

( XI - 2003 )

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Am Mittwoch ich zur Dyade renn
Ihr meine sechs Leben nenn
Am Abend muss ich tanzen geh'n
Will ich ein Morgen wiederseh'n
Am Donnerstag die Nase voll
Meine Schule versäumt
Na, Tochter, ganz toll
Wieder deine Flügel verträumt
Das Wochenende nochmals Tanz
Nein - diesmal nicht ganz
Am Samstag war ich in Tibet
Gar viele Leute waren da
Beeindruckend, was ich so sah
Hat mir viele Gedanken verweht
Am Sonntag Rauch
Am Montag auch
Der Dienstag aber war gefüllt mit Kraft
Endlich hatte ich mich aufgerafft!

( XI - 2003 )

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Alle Erinnerungen waren plötzlich da
Als ich Herrn Hochstrasser sah

Die Mutter zuerst
Der Vater stolz folgte
Ich weiss ja was ich sollte
Es ist allerschwerst!

( XI - 2003 )

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Mich hat da so was hingerafft
Was grad überhaupt nicht passt

Ich glaub da war ein Sturm
Dem war ich nicht gewachsen
Er liess erbeben meinen Turm
Wehte Verwirrung in die Gassen

In den Wolken - wieder dies Gesicht
Hinweg du Wicht
Nein! Seh dich nicht ...

Doch dann mach ich die Augen auf
O Graus! Hab was Dunkles im Haus
Und mein Zittern mir zu ruft: "Lauf!"
"Renn weit über deine Grenzen hinaus"

Kann ich denn mein Reich verlassen?
Würde ich dann nicht verblassen?
Und wäre für niemanden zu fassen?
Unsichtbar in fremden Gassen?

Nein, ich will ja Herrscherin sein
In meinem wunderschönen Reich
Umgeben von seltenem Gestein
Und grünen Hügeln ganz weich.

( XI - 2003 )

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Manchmal löst sich der Nebel auf
Sonne durchflutet das dunkle Tal
So blick ich erlöst zum Blau hinauf
Mein Gesicht hascht nach jedem Strahl

Ich brauch der Sonne Kraft
Bin am Kämpfen - ja am Streiten
Und befinde mich in Eigenhaft
Werd behindert von allen Seiten

Warum nur ist mein Leben so schwer?
Oder bild ich mir das bloss ein?
Und doch ist's noch nicht lange her
Dass das Schicksal bei mir kehrte ein

Es zieht in grossen Kreisen herum
Und streift mich jedes Jahr
Zeitweise reisst es mich mit um
So wie es diesen Sommer war

(XI - 2003)

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Heut ist ein reger Tag
Denn Regen fällt vom Himmel herab
Der Asphalt ist des Tropfens Grab
Wobei er sich grosse Mühe gab
Mein Haupt nicht zu verfehlen
So schreit ich klamm durchs Massengrab
Mein Loch im Schuh erbarmen hat
Nimmt insgeheim paar Leichen auf
Ja bin ich denn ein Leichenhaus?
Verstört ich meines Weges geh
Ein Fuss im Totensee - oh weh...

(XI - 2003)

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Auf endlosen Weiden erstreckt sich ein Land
Dahin werden Vögel und Echsen verbannt
Deren Panzer nicht voller Federn sind
Und deren Schnäbel nicht beissen im Wind

Die Weiden sind Wüsten und Moore zugleich
An schwer passierbaren Gebirgen reich
Darüber erstreckt sich ein Ozean
In dessen Strömung schwimmt ein Schwan

Sein Gefieder ist ganz dunkelgrau
Es ist so weit - ich sehs nicht genau
Jetzt treibt er durch eine grosse Tür

Ich frag mich: wofür treibt die Tür als sei's eine Kür auf diesem weiten Meer daher -

Was weiss der Schwan, was wir nicht sah'n?
Weiss er mehr vom Meer;
Oder sind wir die Tür?

( XI - 2003 )

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XII Mond
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Am Montag war der Kay bei mir
Wir rauchten Bong nach alter Manier
Der Dienstag entzieht sich meinem Hirn
Den jetzt beginnt der Zwirn
Am Mittwoch sich Therapie anbot
Erst ich, die Schweiz, dann Nirava in Not
Am Donnerstag ich die Wurzel aufsuche
Finger weg, Babygeschrei und weibliche Fluche
Zu Hause dann ein Kriesengespräch
Ob ich in ihr denn nur gute Seiten säh
Freitag, Kindertag, Niravatag, langer Tag
Um 4 ich mich dann nach Hause begab
Schliesslich stand Ägypten vor der Tür
Ferien, ja da war ich dafür!
Das Schwänzen wohl meine Rettung war
Sonst käm ich mit meiner Reise nicht klar!
Denn Samstags gings in der Schule weiter
Der Weiss, der macht mich gar nicht heiter!
Ein riesen Vixer das ist!
Dem Gedicht sag ichs ins Gesicht!
Am Abend war Risiko angesagt
Beim Tanzen hab ich mich dann abgeregt
Dies ging bis Sonntagabend durch
Danach schlief ich wie ein Lurch

(XII - 2003)

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Es steht ein Reh am Holundersee
Und frisst genüsslich
Unverdrüsslich
Taubenetzten Wanderklee

Wär das Reh ein Reiher

So ständs gewiss in einem Weiher
Und frässe genüsslich
Unverdrüsslich
Grüngefärbte Goldfisch-Eier

(XII - 2003)

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Eine dem Sinn nach besinnliche Zeit
Verstaubtes Denken mir entsteigt
Das mir beschreitbare Wege zeigt
Bevor das Jahr zu dem Ende sich neigt.

Wege zu gehn oder zu meiden?
Dies wird sich wohl erst zeigen...

Wie bin ich zum Beispiel das Dichten leid!
Ich suche verzweifelt ein anderes Kleid
Um darin meine Gedanken zu hüllen
Damit sie nicht auseinander fallen

Doch warum trau ich mich nicht zu lügen?
Euch zu betrügen, Werte umzupflügen...

Meine Gedichte sind, ach, allzu wahr
Meine Seelenspiegel trübendklar
Und ich übermütig gestimmter Narr
Bot euch alles ganz frei dar

Deshalb besteht nun keine Liebe mehr?
Meine Worte sind kurz, klamm, lehr...

(XII - 2003)

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Bist du bereit?
Für die Wirklichkeit?
In dieser unserer neuen Zeit?

Wir sind alle auf der Flucht...
Jagen Welten hinterher
Erreichen sie teils immermehr - teils nimmermehr...

- Mir grosser Wucht trifft mich die Sucht -

(XII - 2003)

Bin ich bereit?
Für die Wirklichkeit?
In dieser unserer neuen Zeit?

Befinde mich auf der Flucht...
Jage Welten hinterher
Erreiche sie teils immermehr - teils nimmermehr...

- Mir grosser Wucht trifft mich die Sucht -

(Variation)

Donnerstag, 27. März 2003

:: Dritte Sonne :: RetterPrinz ::

Ich glaub tatsächlich
Sist nicht so schwer
Auch wenns nun wirklich
Noch nicht lang her
Dreimal rasch Augenzwinkern
Sieben neue Tränen ins Meer
Lächelnd nun und winkend
Geb ich dich wieder her

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Vergibst du mir
- so vergeb ich dir

Verzeih mir hier
- ich verzeih dir dort
Will noch nicht fort
Zu fremd der Ort

Und doch zur Zeit
Ist der Bruch nicht weit
Der uns auf immer entzweit

(IV - 2003)

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So langi Zyt hani gmeint gha
I dir dr perfekti Maa z‘gse
Vo däm Bild chani nid ablah
O wenns zerschlage am Bode liit.

Es git se eifach nid
D‘Perfektion

Und doch würdemer no so guet zämepasse
Gnau das heimer doch immer so starch gschpürt
Aber wasi nid cha verstah schiint dir egal
Und zwüsch üs steit e Muur vo beidne konstruiert.

I cha nümm uf di zuecho
Hinterlah dir mis Gedankematerial

Hoffe du versteisch irgendwenn wie verletzt i bi
Mir müesse rede aber i chume nid zu dir.

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*Wenn ich an dich denke
Ist mein Herz so schwer -
Mein Kopf so stur.

*Weiss nicht genau weshalb
Fühle bloss die Wut, Enttäuschung
Diese unerträgliche Demut.

*Ich wünschte mir doch so sehr
Dass du erscheinst an meiner Tür
Aller wieder ins Reine bringst.

- Es liegt doch an dir.

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Ach du tragische Illusion
Dich wieder zu gewinnen
Nachdem ich dich verlor'n

Wann wirst du weichen?
Und entgültig zerrinnen
Wann, Hoffnung, bist du erfror'n

Es folgt der letzte Kampf
Um nach dir zu sinnen
Bin doch so verliebt bis über beide Ohr'n

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Der Sommer war wie eine Melodie
Von der ich nicht genug kriegen konnte
Wieder und wieder spielte sie
Schien kaum müde zu werden davon

Und ich vergass

Genoss

Erwachte - und fand mich wieder eng umhüllt
Gekleidet in Kindheit und Angst - entkleidet vor dir
Müde nun hatte die Melodie ausgespielt
Sie war es leid vor all dem Leid

Und schwieg

Vermied

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Es prickelt mich nach dir
Ich möcht lange liebestreiben
Fühl mich nicht besser als ihr
Kann es kaum beschreiben

Wechsle neun Mal mein Gewand
Schreite vorm Glanze aufundab
Ringe gegen meinen Verstand
Den ich wohl verloren hab

Vielleicht auf den Findling gestossen
Doch mit lautknirschem Knall
Mein eigenes Schicksal vergossen
Ein in Ketten gelegter freier Fall

Doch wo vergossen, da irgendwann blüht
Sodenn die Zeit den Sturz wolkt
Ich bin ja, bin ja , bin ja bemüht
Dass mich nicht alles ganz überrollt

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Suche immer nach dir
In jedem Gesicht
In jeder Bewegung
In jedem Klang
Meine Sinne bluten
Tropfen für Tropfen
Wie Blut
So Tränen
So Hoffnung
Kann kaum mehr schreiten
Schritt für Schritt
Mehr Verzweiflung
Mehr Unsicherheit
Mehr Zerstörungslust
Und will doch nicht fallen

Für dich, denn ich falle schon..

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Else Lasker Schüler

"Ich weiss immer,
Wann du an mich denkst -
Dann wird mein Herz ein Kind
Und schreit

Seit du nicht mehr da bist,
Ist die Stadt viel dunkler

An jedem geteilten Ort
Verweile ich und träume
Und helfe der Sonne deine Schönheit malen
An allen Wänden der Häuser

O, wie ich dich noch liebe ...

Vögel werden Knospen an den Ästen,
Und Rosen flattern auf

Ich weiss, dein Herz ist still,
Mein Name steht auf seinem Saum

Doch wenn mein Glanz in deinem Auge spielt,
So sind wir eine Welt,
Und würden entschlummern verzückt -
Aber deine Brauen sind Unwetter

O, deine süssen Augen
Sind meine Lieblingsblumen
Und dein Herz ist mein Himmelreich ...

Wir möchten uns küssen,
Aber es wäre wie Mord

Müde bin ich sehr, vom Wachen einsam"

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Else Lasker Schüler

"Wie ein heimlicher Brunnen
Murmelt mein Blut
Immer von dir, immer von mir

Oh ich bin so traurig
Sieh in mein verwandertes Gesicht

In der Nacht schweb ich ruhlos am Himmel
Und werde nicht dunkel vom Schlaf
Ich suche ewig dich
Es bluten meine Füsse

Komm, lass uns wie zwei seltene Tiere liebesruhn ...

Doch fremd ist dir die Not
Meiner Einsamkeit

Oh ich bin so traurig
Das Gesicht im Mond weiss es
Um meine Augen zieht die Nacht sich
Wie ein Ring zusammen

Oh, ich liebe dich, ich liebe dich

Engel pflücken sich dein Lächeln
Und schenken es den Kindern
Die spielen Sonne damit
Ja...

Wie ein heimlicher Brunnen murmelt mein Blut"

Mittwoch, 26. März 2003

:: Dritte Sonne :: Zauberer ::

Hab genügend Abstand gefunden.

Ohne allzu grosse Wunden
Zieh ich mich nun zurück
Zumindest ein kleines Stück.

Falls alles in die Hose geht
Und sich die Erde wieder dreht
Soll meine Elfe nicht weinen
Sie soll doch noch scheinen.

Einem gehört nicht alle Energie allein
Sonst würden wir wohl ewig einsam sein
Und alles Licht aufs Mal verschwenden
Alle Liebe auf einmal senden.

(XI-2003)

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Gefangen in einer Märchennacht
Hab ich mich zu Fall gebracht
O welch bittersüsser Sturz
Der Liebe Arme sind so kurz

Ich hätte nie nach dir gesucht
Und hab Verbindungen schon verflucht
Hab viel Glück in mir gefunden
Mein inneres Schreien überwunden

Sieh mein Drache, der nach dir sinnt
Der meinen Verstand durcheinander bringt
Höre des Drachens Feuerruf
Teufelsgeknister liegt in der Luft

Woher bloss soviel Leidenschaft
Die du in mir vertausendfacht
In dieser einen Sternennacht
Wo ich mich zu Fall gebracht

(IX-2003)

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 Du - es verleidet mir!

Kannst dus denn nicht sehn?
Lässt mich weite Kreise drehn

- Ich suchte mal nach dir

Es ist eine Weile her
Da vermisste ich dich sehr

Dies ist nun vorbei -
- Verzeih

(XII - 2003)

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Schleierhafte Nähe zwischen uns
Ferne Rufe verwischen den Nebel
Zögerhandeln, Falten werfen
Ist dies eine Dornenwand hinter der du wachst?
- Losgerissen vom Schlaf ...

Alte, deine Träume bittersüss und schwer
Bist mit dem dichten Wald gewachsen
Einsamverlassen, Trübsinnend
Seh ich etwa den alten Mann in dir?
- Zurück vom Rückzug ...

(VII-2003)

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 Wenn Falter sich zu Blüten wandeln
Fliegen zarte Blumen auf
Der Wind sich um mich im Kreise dreht
Meine Gedanken in die Ferne zieht

(X-2003)

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 Ja was denn nun?

Wenn kein Licht
Dein Dunkel durchbricht?

Soll ich da was tun?

(XII - 2003)

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 Drum lass mich dir ein Lichtlein sein
Dir scheinen in deine Welt hinein
Bin selber zwar auch nicht ganz rein
Doch fühl ich mich in deinem Herz daheim

(X - 2003)

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 Hast leise an mein Herz gerührt und feine Glut zu Feuer geschürt, jetzt fühl ich mich wie eingeschnürt, ach lass mich wieder gehn! Seit ich dich kenne bleibt die Mondin stehen und Sterne sind kaum mehr zu sehn.
Weh mir! Muss sachte Wasser zur Quelle bringen, muss mich zwingen zu gewinnen den Abstand den ich brauch, den Halt und eben auch will ich für mich mein Glück nun finden, mein Leben ändern ohne die andern. Ich kann das allein - brauch bloss mutig zu sein!

(VIII-2003)

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 Endlich den Mut gefasst
Was ich wochenlang verpasst
Nach Auskunft zu fragen
Meine Elfe zu laben

Vorbereitet ist alles schon
Es kommt mir vor wie Hohn
Will mich verschenken
Ohne an meine Zukunft zu denken

Was ist so wichtig daran
Dass man etwas Nähe haben kann
Dabei hab ich kaum Raum
Und bin immer voll down

Schlechte Ausgangslage
Wenn ich ihm nun alles sage
Was will ich denn?
Ohne dass ich mich verrenn?!

(IX-2003)

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 Als Schmetterlinge sich zu Blüten wandelten
Flogen zarte Blumen auf
Der Wind sich um mich im Kreise dreht
Und Gedanken in die Ferne ziehn

(VIII-2003)

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 Ich dachte sie geht vorbei
Diese lästige Schwärmerei

Doch meine Träume reden eine klare Sprache
S'ist kein Segen - ist es Rache?

Wieviele Herzen hab ich geknickt
Wieviele Männer waren nach mir verrückt!

Es ist wie eine Spur
Die viele Zeiten verdunkelt
Dafür hab ich wohl Gespür
Mein Leben mir leis munkelt


(XI - 2003)

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 Seimen der Zauberer

Was hab ich mir bloss ausgedacht
Als ich dich zu meinem König gemacht
Ich wollte wohl Verdruss erspüren
Mich selber wieder ins Dunkel führen

Hab intuitiv von Anfang an gespürt
Dass es uns nicht zueinander führt
Weshalb ich all den Mut erfasste
Dir diesen Gefühlsschwall verpasste

Denn noch nie hab ich annähernd erlebt
Dass jemand mich dermassen belebt
Meine Seele so zum Sprühen bringt
Meine Inspirationssaite schwingt und klingt

Aber du willst mein Herz nicht besitzen
Also dreh ich dir den Rücken zu
Geh ich mich anderswie verletzen
Und es wars mir wert - dies Risiko

Eigentlich wars ein schwacher Moment
Fühlte mich recht einsam - beklemmt
Deshalb hielt ich mich an dir fest
Und dann ... ach - du kennst den Rest

Doch nie vergess ich denn ersten Blick
Den du mir warfst und ich dir zurück
Der meinem Herz diesen Käfig verpasste
Und diese unheimlichen Klänge entfachte

Aber du willst mein Herz nicht besitzen
Und ich kann es dir nicht übel nehmen
Willst dich nicht an mir verletzen
Willst und kannst nicht nach mir sehnen

Wenn nicht von mir du wirst es lernen
Kannst dich nicht auf Ewig entfernen
Sobald Wärme an dein Herzen dringt
Und eine Stimme deinen Namen singt

Ich weiss ich kann dich nicht gewinnen
Hab mit zu offenen Karten gespielt
Werde nicht länger mehr nach dir sinnen
Und erkenn ja, dass ich mich verzielt

(IX-2003)

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 Na, Zauberer, du hast ja recht
Es war ein tolles Jahr
In dem ich sorgte mir recht schlecht
Und dir so ein Spiegel war

(XII-2003)

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 Über mir liegt eine Nacht
Meine Worte wurden umgebracht
Sie schwebten wie Blüten durch den Raum
Doch landeten auf deinem Saum
Wo sie nun langsam verblassen
- Du willst sie ja nicht fassen

Liegt es an der Zeit?
Sag, wann bist du bereit?
Bin ich dir denn keine Zier?
Siehst du nicht das Gold in mir?

Dies wird das letzte Gedicht
Damit verschliesst sich mein Gesicht
Sonst verirrt sich mein Verstand
In einem fernen, dunklen Land
Ich mag nicht mehr an dich denken
Will dir keine Träume mehr schenken
Die nur Hoffnung entfachen
Und mich quälen beim Verwachen

Hab mich verloren irgendwie
Krieche auf blutendem Knie
Stehe so weit unter mir
Und alles doch nur wegen dir
Ich wurde noch nie so ignoriert
Hab nie Gleichgültigkeit verspürt
Bisher haben mich alle erkannt
Wurde ich etwa verbannt?

Schatten dunkeln meinen Stolz
Hab ihn geschnitzt aus Ebenholz
In langen, langen, langen Stunden
Als ich plötzlich dich gefunden
Und jetzt ist das Holz zerrissen
Woher sollte ich denn wissen
Dass es absolut nichts bringt
Wenn man nach deinem Herzen sinnt

Wieviel Zeit wird wohl vergehen?
Irgenwann werd ich verstehen
Weshalb dies alles so kam
Er mir den Wind aus den Segeln nahm
Doch noch jetzt bin ich ein Schwan
Schwarz - jedoch für alle zahm
Flügelmenschen sind schwer zu stürzen
Weil eben sie dies Leben würzen

Ich werde immer an dich denken
Aber keine Gedanken mehr verschenken
Um "uns" herum wird alles still
Ganz einfach weil ich es so will
Ich hab dich zum König gemacht
Und so wirst du nun zu Fall gebracht
Ich entzieh dir diese Liebesmacht
Die meine Elfe fast umgebracht

Damit werden wir ja sehen
Ob sich die Sterne wieder drehen
Dann verlier ich mich im Himmelszelt
Tauch ein in eine neue Welt

Ja - ich hab mich in dir getäuscht
Verschlossen und unklar ist dein Geist
Deine Erscheinung birgt Unwetter
Was du brauchst, das ist ein Retter

Doch das Retten lass ich schon lange sein
Da schau ich besser für mich allein
Ich will ja auf eigenen Beinen stehen
Wie konnte dies bloss alles geschehen?
Was hab ich mir dabei gedacht
Als ich alle Tore aufgemacht?

Ein Geschenk an die Inspiration
Bewusst ist mir das schon
Aber der Preis war mir nicht klar
So stürzte ich blind in die Gefahr
Die Flügel meiner Elfe sind zerrissen
Ihr Gesicht wirkt sehr verbissen
Da ist jemand ganz schön sauer
Und wünscht sich eine starke Mauer

Doch was soll ich Mauern bauen
Darüber kein Mensch kann schauen
Besonders doch ich selber nicht
Denn dann fehlts entgültig an Licht
Ich wollt doch gerade Lichter fangen
Nicht mehr in der Finsternis bangen

Und so hab ich dich gewählt
Unter allen Sternen
Da für mich nichts andres zählt
Als von dir zu lernen

( X - 2003 )

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 Welch einsame Wege ich doch geh
Und wie ich mich so im Kreise dreh
Zwischen dir und mir gar spiegelklar
Erbebt nun leis der Zaubersee

Er ringelkringelt den matten Glanz
Legt seine Fläche in tiefe Falten
Trägt einen innigen Wellentanz
Was mögen hier für Kräfte walten?...

(2003 - XII)

Sonntag, 23. März 2003

:: Dritte Sonne :: An den Hof ::

Markiert ihr eigentlich hier
Wie Hunde ihr Revier?
Alles rein äusserlich -
Denn dies Gebiet gehört mir.

(ans Quartier Kreis 4, VIII - 2003)

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Dank Euch für diese Wundernacht
Es hat richtig Spass gemacht

Kam das Grün mit dem Licht
Sah ich euch munter ins Gesicht

Wir teilten dasselbe Träumen
Zwischen verwitterten Bäumen

Ja - alle waren entzückt
Wir tanzten wie verrückt

Denkt nur diese Sternen-Nacht
Hat ganz allein für uns gelacht

(www.goa.ch, IX - 2003)

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Es ist eine rote Flamme, man erkennt sie schnell
Die golden leuchtet - schimmerlichterhell

Sonngeträumte Klänge ...
Im eisigen Wind ...

Meine  Elfen stets bei dir sind
Sie erkennen und lieben
Das versteckte Kind

1000Dank ich dir ausdrücken mag
Alsdann immer meine Seele verzagt

Sonngeträumter Klang erklingt
Im kalteisigscharfen Wind

Und die Elfen erwachen geschwind
Wenn sie erkennend aufhorchen
Wie heilsam doch deine Stimmen sind

(Christoph Roth)

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Ja so kann es manchmal geh'n
Wir können nicht in Köpfe seh'n

Auch mein Herz hat sich getäuscht
Das hät ich nie von dir gedacht
Doch bin ich kaum enttäuscht
Hab mir ein neues Bild gemacht

Ich kann dies alles nicht versteh'n
Eisböen durch meinen Schädel weh'n

Bald ist ein Jahr vorbei
Jetzt ists wieder ganz nah
Ich erinner mich an die zwei
Denen das Gleiche geschah

Oh welch Grausamkeit!
Mir wird mein Herz zerdrückt
Für so was war ich nicht bereit
Es macht mich fast verrückt

Sist wie in einem Gruselfilm
Der nie ein gutes Ende nimmt

( X - 2003, Marcus )

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 Du sagst:

"Lerne schwimmen"

Ich sage:

"Lernt Fliegen, lernt siegen
Was nützen dir Kiemen
Wenn das Wasser vor Dreck steht
Während an der Oberfläche die Zeit vergeht

Der wichtige Moment
Ist welcher das Wasser vom Himmel trennt
Wer diese Spannung zu durchbrechen vermag
Für den ist immer hellichter Tag

Und auf Armageddon kannst du lange warten"

(an Tool, VIII - 2003)

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In dieser Schattenwelt hab ich gelacht
Und habe wohl ernsthaft gedacht
Ich sei von jener Sternennacht
Noch immer nicht ganz aufgewacht

So zeigte ich mich endlos sacht
Wie eine Frau es eben macht
Die leise Glut zu Feuer entfacht

Oh - gescheiterter Plan
Machst mich alles andre als zahm!

Lässt was Wildes in mir aufleben
Das mich zwingt mich hinzugeben

Wozu immer diese ewige Lust
Um zu überdecken meinen Frust

Dagegen muss es doch was geben
Wo man mit gutem Gewissen
Zurückschaut auf sein Leben
Ohne ganz genau zu wissen
Dass es verdorben vor Geniessen

(Phil's Nacht, VIII - 2003)